Für diesen Kurztrip nach Shanghai hatte ich gezielt ein Zimmer in einer der oberen Etagen des Shanghai Bund South China Harbour View Hotel mit Blick auf den Fluss gewählt. Hatte mich anfangs vor allem die Aussicht auf den Huangpu-Fluss gereizt, so zeigte sich während meines dreitägigen Aufenthalts, dass keines der Ausstattungsmerkmale bloße Dekoration oder ein reiner „Instagram-Gag“ war; jedes Detail war präzise auf die echten Bedürfnisse der Gäste abgestimmt. Selbst jemand, der bei der Unterkunft so anspruchsvoll ist wie ich, konnte nicht den geringsten Mangel finden.
Schon beim Öffnen der Tür empfing mich ein Gefühl von luftiger Weite und durchdachtem Komfort. Es gab kein aufdringliches Design, überladen mit modischen Elementen; stattdessen war eine dezente Eleganz im „Shanghai-Stil“ in die moderne Ästhetik verwoben. Dies beruhigte augenblicklich die Unruhe, die ich von den Menschenmassen am Bund mitgebracht hatte. Das raumhohe Fenster blieb frei von Hindernissen und bot einen perfekten Rahmen für die Wolkenkratzer von Lujiazui und die Wasserflächen des Huangpu. Die Schallschutzverglasung hielt den Verkehrslärm draußen vollständig fern; selbst während der lebhaften Silvesterfeierlichkeiten am Bund konnte ich bei geschlossener Tür den Blick auf den Fluss in vollkommener Ruhe genießen. Das Fenster verfügte über eine zweilagige Vorhanglösung aus leichten Gardinen und Verdunkelungsvorhängen: Am Nachmittag konnte ich die schweren Vorhänge zur Seite schieben und das gefilterte Sonnenlicht durch die leichten Gardinen hereinlassen, oder sie ganz schließen, um auszuschlafen und selbst das frühe Morgenlicht, das sich auf dem Fluss spiegelte, auszusperren.
Am meisten überraschte mich das zonierte Beleuchtungssystem. Statt der grellen Deckenbeleuchtung, wie man sie in typischen Hotels findet, war das Licht in vier unabhängig voneinander steuerbare Module unterteilt: Flurbeleuchtung, Leselampen am Bett, eine Schreibtischlampe zum Arbeiten und eine Ambiente-Beleuchtung am Fenster. Wollte ich es mir im Bett mit einem alten Bildband über Shanghai gemütlich machen, schaltete ich die warme Leselampe ein – der Lichtkegel fiel perfekt auf die Seiten, ohne zu blenden. Beim Sortieren meiner Reisefotos am Laptop nutzte ich die kühlere Schreibtischlampe, wodurch selbst die Zeichen auf der Tastatur klar erkennbar waren. Am Abend, nach dem Duschen, ließ ich mich in den Sessel am Fenster sinken und schaltete das warmgelbe Ambiente-Licht ein; Als ich draußen die vorbeiziehenden Lichtspuren der Flusskreuzfahrtschiffe beobachtete, spürte ich, wie sich mein ganzer Körper augenblicklich entspannte. Die Schlafgelegenheit übertraf meine Erwartungen bei Weitem; die Matratze bot die perfekte Balance zwischen Stützkraft und Weichheit – ideal für jemanden wie mich mit Rückenproblemen –, sodass ich drei Nächte in Folge tief und fest und völlig beschwerdefrei schlief. Es standen sowohl Daunen- als auch Buchweizenkissen zur Verfügung; nachdem ich diese ausprobiert hatte, bat ich an der Rezeption um ein zusätzliches, flacheres Kissen, das mir ein Mitarbeiter innerhalb von fünf Minuten an die Tür brachte. Im Kleiderschrank waren ein Dampfglätter und ein Luftentfeuchter untergebracht; der Luftentfeuchter trocknete meine Jacke – die nach einem Tag Sightseeing von der Flussbrise feucht geworden war – in nur einer halben Stunde, während der Dampfglätter mein zerknittertes Hemd in den fünf Minuten vor meinem Treffen mit Freunden perfekt glättete.
Das Badezimmer zeichnete sich durch eine konsequente Trennung von Nass- und Trockenbereich aus. Die Regendusche bot einen Wasserstrahl, der so sanft und gleichmäßig war wie feiner Sprühregen; nach einem Tag voller Fußmärsche spülte das zehnminütige Duschen unter heißem Wasser jede Spur von Müdigkeit fort. Die Waschtischplatte bot reichlich Platz – all meine Hautpflegeprodukte und Reinigungsöle fanden dort ohne ein Gefühl der Überfüllung ihren Platz –, während der Unterschrank Vorräte an Badesalz und Einweg-Pflegesets bereithielt. Als ich bemerkte, dass ich meine Abschminkpads vergessen hatte, genügte ein kurzer Anruf an der Rezeption, und sie wurden mir innerhalb von nur zwei Minuten aufs Zimmer gebracht.
Während meines dreitägigen Aufenthalts diente im Shanghai Bund South China Harbour View Hotel keine einzige Annehmlichkeit bloß der Dekoration; jeder einzelne Gegenstand trug tatsächlich zum Wohlbefinden des Gastes bei. Ein Zimmer mit Flussblick zu finden, das eine solch akribische Liebe zum Detail aufweist – und das mitten im Herzen des Bund, wo Immobilien extrem begehrt sind –, war eine wirklich wunderbare Überraschung.Mehr anzeigen